Kategorie-Archiv: Institutioneller Rassismus

Pressemitteilung des Bündnis gegen Rassismus bezüglich der Streichung der Finanzierung für den Refugee Club Impulse

Mit Geflüchteten reden, statt ihnen die Finanzierung zu streichen

Das von Geflüchteten selbstorganisierte Projekt Refugee Club Impulse war bis gestern für den Sonderpreis für kulturelle Projekte nominiert. Die Staatsministerin für Kultur und Bildung Monika Grütters nahm diese Nominierung nun wegen Antisemitismus-Vorwürfen von Seiten des American Jewish Committees (AJC) zurück. Auch der gestellte Projektantrag an den Projektfond der Kulturprojekte Berlin wurde nach Druck auf die AWO zurückgenommen.

Hintergrund der Vorwürfe ist die private Teilnahme der künstlerischen und pädagogischen Leitung des Refugee Club Impulse-Projekts an Al-Quds-Tag-Demonstrationen. Die beiden Leiterinnen haben in diversen Medienberichten immer wieder zugesichert, dass ihre Teilnahme an der Demonstration in keinerlei Zusammenhang mit ihrer Arbeit steht und sie keinerlei Inhalte des Al-Quds-Tags an Geflüchtete weiter vermitteln.
Auch wir vom Bündnis gegen Rassismus betrachten eine kritische Auseinandersetzung mit dem Al-Quds-Tag als wichtig und unabdingbar. Gleichzeitig verurteilen wir aber die voreiligen Sanktionierungen von selbstorganisierten Geflüchteten-Projekten.
Eine Sprecherin des Bündnisses gegen Rassismus äußert sich wie folgt dazu: “Bisher wurde weder geprüft, ob es tatsächlich eine politische Beeinflussung gibt, noch wurde mit einem der Geflüchteten persönlich über die Ereignisse gesprochen. Das ist ein absolut falscher Ansatz.”

Refugee Club Impulse entwickelt unter anderem Theaterstücke, die Flucht und ihre Ursachen thematisieren. Gleichzeitig ermutigen und inspirieren sie neu angekommene Geflüchtete in Lagern, ihre Geschichten gemeinsam künstlerisch zu erzählen. Sie leisten wichtige und wertvolle Arbeit für die Stadt Berlin, die nicht so einfach verkannt werden darf.

“Die Absage der Finanzierung an dieses wichtige Projekt ist eine Panikreaktion und eine voreilig getroffene Entscheidung. Die Entscheidung hat nicht nur immense Auswirkungen für die Geflüchteten direkt, es ist auch ein politisch falsches Statement, weil Geflüchtete dadurch als antisemitisch abgestempelt werden”, erklärt eine weitere Sprecherin des Bündnisses.

Trotz einer notwendigen Auseinandersetzung mit Antisemitismus, wird mit einer solchen Pauschalisierung der AfD und anderen Rassist_innen in die Hände gespielt. Wir vom Bündnis gegen Rassismus sind für einen Austausch mit allen Beteiligten, anstatt Geflüchtete zu sanktionieren und ein falsches Bild über Geflüchtete zu streuen.

Kontaktinformationen:
Website: http://buendnisgegenrassismus.org/
Facebook: https://www.facebook.com/BuendnisGegenRassismus
Email: bugera@posteo.de

Free our friends! – Spendenaufruf

*English as PDF below*

Am 10. Dezember 2014 wurden während der unangekündigten Brandschutzkontrolle ab 5 Uhr morgens zwei Bewohner der Gerhart-Hauptmann-Schule aus dem Schlaf gerissen und verhaftet. An
Respektlosigkeit nicht zu überbieten, wurde ein weiterer Bewohner am darauf folgenden Tag auf der Trauerfeier für die Refugee-Aktivistin Sista Mimi vor der Schule verhaftet. Sista Mimi war eine Aktivistin, die in der Schule gewohnt und gekämpft hat und am Nachmittag des 10.Dezember verstorben ist. Unsere Freunde befinden sich seitdem in Untersuchungshaft in der JVA Moabit.
Zum aktuellen Zeitpunkt liegt weder die Anklageschrift vor, noch gibt es einen Prozesstermin. Klar ist nur, dass Haftbefehle vorlagen, die sich auf Vorwürfe stützen, die sich auf die Zeit der Dachbesetzung im Juni/Juli 2014 beziehen.

Wir, die Unterstützungsgruppe TWAS – together we are strong, versuchen nun, die drei Aktivisten so gut es geht im isolierten Alltag zu unterstützen. In Absprache mit den Inhaftierten überweisen wir ihnen regelmäßig Geld auf ihr JVA-Konto, um diese Isolation zu durchbrechen (für Telefonkarten, Briefmarken, Musikgeräte, Fernsehgeräte, etc.).
Außerdem besorgen wir Kleidung, Bücher und weitere Beschäftigungsmöglichkeiten, schicken Briefe und Pakete, organisieren den stark eingeschränkten Besuch (zweimal im Monat für jeweils eine Stunde) und sind in stetem Kontakt mit den Anwält_innen. Von den Spendengeldern werden auch die Anwält_innenkosten gedeckt.

Unterstützt die Leute im Gefängnis!
Jeder Euro und jeder Brief zählt!
Solidarität kennt keine Mauern!
Together we are strong!

Kontoverbindung:
ARIBA e.V./ReachOut
Bank für Sozialwirtschaft
IBAN: DE65 1002 0500 0003 2448 01
BIC: BFSWDE33BER
Verwendungszweck: TWAS

eMail:
twas@riseup.net
Weitere Infos unter:
http://www.oplatz.net/
http://ohlauerinfopoint.wordpress.com/

„i have been locked by the lawless.
Handcuffed by the haters.
Gagged by the greedy.
And, if i know anything at all,
it’s that a wall is just a wall
and nothing more at all.
It can be broken down.

i believe in living
i believe in birth.
i believe in the sweat of love
and in the fire of truth.“
Assata Shakur
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