Selbstdarstellung

„Since all forms of oppression are linked in our society because they are supported by similar institutional and social structures, one system  cannot be eradicated while the others remain intact.”
(hooks 1984: 37)

(Da alle Unterdrückungsformen in unserer Gesellschaft miteinander verbunden sind, weil sie durch ähnliche institutionelle und soziale  Strukturen aufrechterhalten werden, kann nicht ein System beseitigt werden, während alle anderen intakt bleiben)

Grundsatzpapier (Selbstverständnis) des Bündnisses gegen Rassismus

Entstehung

Nach dem Bekanntwerden der NSU –Mordserie im November 2011 haben sich unterschiedliche antirassistische Gruppen, Initiativen, Vereine und Einzelpersonen zusammengeschlossen, um gemeinsam gegen Rassismus zu handeln. Das Bündnis wird maßgeblich von Menschen mit Rassismus-Erfahrungen gestaltet.

Plenum: Alle zwei Wochen mittwochs um 18:30 Uhr im Migrationsrat – Berlin Brandenburg (Oranienstr.34, 10999 Berlin)

Mail: bugera@posteo.de

Kontaktadresse: Migrationsrat Berlin-Brandenburg e.V, Oranienstr. 34, 10999 Berlin.

Die NSU-Morde sehen wir nicht (nur) als eine rechtsterroristische Taten, sondern vor allem als rassistisch motivierte.

Dies bewies sich auch in den polizeilichen ’Ermittlungen’, die in einem rassistischen Gesamtkontext eingebettet sind. Anstatt rassistische Motive zu erkennen und die Hinweise der Be- und Getroffenen ernst zu nehmen, wurden den Ermordeten und ihren Angehörigen mafiöse Strukturen unterstellt und sie dadurch kriminalisiert. Aber auch die mediale Berichterstattung manifestierte die rassistische Grundhaltung der weißen[1] Mainstream-Journalist_innen.

Zu diesem rassistischen Kontext gehört eine konspirativ schweigende Zivilgesellschaft, die sich nicht erhebt und die Taten hinnimmt ohne etwas zu unternehmen. Aber wir erheben uns, und das nicht erst seit dem Auffliegen NSU-Morde.

Widerstand

Der Kampf gegen Rassismus ist kein Anliegen bestimmter Gruppen. Es ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und äußert sich auf unterschiedliche Weise. Daher muss auch das Engagement gegen Rassismus vielfältig sein. Wenn wir uns zusammen tun, erreichen wir nicht nur mehr, wir lernen auch selbst dazu. Genau aus diesem Grund entstand das Bündnis gegen Rassismus, v.a. als eine Stimme derjenigen, die Rassismus erfahren.

Jede_r kann bei sich selbst beginnen, rassistische Denkweisen, Sprechen und Handeln zu erkennen und zu ändern.JETZT.

Antirassistische Widerstände haben eine lange Geschichte. Im Bündnis gegen Rassismus sollen die unterschiedlichen Formen und Geschichten des Widerstandes zusammenkommen, um gemeinsame Perspektiven zu erarbeiten. Dabei ist Rassismus kein vereinzelt wirkendes Phänomen sondern ein Machtverhältnis, dass gleichzeitg mit anderen Diskriminierungsformen verschränkt (Heterosexismus, Trans*feindlichkeit, Klassismus, Ableismus, etc.) wirkt. Wir versuchen im Bündnis gegen Rassismus die Gleichzeitigkeit dieser Machtsverhältnisse zusammenzudenken.

[1] weiße Menschen werden in Deutschland als Norm angesehen, nicht benannt und profitieren von bestehenden rassistischen Strukturen.

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