Schlagwort-Archiv: Rassismus

FORUM: Solidarische Perspektiven und Strategien des Widerstandes auf dem NSU-Tribunal in Köln

Angehörige, Betroffene und Initiativen laden ein

Freitag | 19. Mai 2017 | 10.00 – 15.00 Uhr

Flyer: English | Türkçe | Français | Deutsch

Wir laden euch herzlich ein zum FORUM: Solidarische Perspektiven und Strategien des Widerstandes auf dem NSU-Tribunal!

Angehörige und Betroffene von rechter/rassistischer Gewalt und Initiativen kommen zusammen zu einem Austausch über Solidarische Perspektiven und Strategien des Widerstands.
Ein wichtiger Aspekt dabei der länder- und community-übergreifende Austausch und Perspektive. Weiterlesen

Wir gedenken Nguyễn Văn Tú: gegen rassistische Gewalt – damals wie heute!

24. April | 17 Uhr | Brodowiner Ring 8, Berlin-Marzahn (Tatort)

Nguyễn Văn Tú lebte ab 1987 als Vertragsarbeiter in der DDR. Am 24. April 1992 wurde er in Berlin-Marzahn am Brodowiner Ring von einem
Neonazi erstochen. Damals fand ein Trauermarsch mit ca. 2.000 Teilnehmer_innen statt. 25 Jahre danach ist seine Geschichte in der
Öffentlichkeit weitgehend in Vergessenheit geraten. Auch heute sind rassistische Übergriffe auf Menschen of Color und ihre Unterkünfte
alltäglich. Genauso wie damals kämpfen heute viele Menschen um einen Aufenthaltsstatus und um Schutz vor Gewalt. Am 25. Todestag möchten wir
an Nguyễn Văn Tú erinnern.

Podiumsveranstaltung: Die 90er Jahre – Rassismus und Widerstand
24. April | 18 Uhr | Jugendzentrum Anna Landsberger, Prötzeler Ring 13, Berlin-Marzahn
Weiterlesen

Programm der Aktionskonferenz Gedenken und Widerstand

Aktionskonferenz Gedenken und Widerstand

Samstag, 5. November 2016
11 Uhr bis 20 Uhr
Jugendkulturzentrum Pumpe Schöneberg, Lützowstraße 42, 10785 Berlin

11.00 – 11.30 Uhr Begrüßung

11.30 – 13.30 Uhr Panel 1 ”Gedenken als Widerstand”

Rosita Grönfors, Romskakvinnoforum, Schweden
Im Jahr 2003 wurde das Internationale Romnja- und Reisenden-Frauen Forum gegründet. Rosita Grönfors ist Vorsitzende des Vereins, der mit Frauen, die Bedrohungen, Gewalt oder anderen Unterdrückungen ausgesetzt sind, arbeitet. 2013 wurde enthüllt, dass die schwedischen Polizei einen Register mit über 4.000 Roma führt. Weiterlesen

Aktionswoche: Aktualisiertes Kurzprogramm

31.10., 18.00 Uhr, Video-Installationen in Gedenken an die vom NSU Ermordeten, U7 Wilmersdorferstraße, Ausgang Pestalozzistraße (hinter der Baustelle)

31.10., 18.00 Uhr (20 Uhr Finissage Party), Finissage Black Berlin Biennale 2.0 No Amnesty on Genocide Deutschland, Kunsthaus KuLe, Auguststraße 10

01.11.2016, 19.00 Uhr, CommUNITY gegen Rechts, Theater X, Wiclefstr. 32, Moabit

01.11, 21.00 Uhr, „Skandal über Skandal – NSU bis heute”, Kurzfilm, Berichte zum NSU-Prozess, Diskussion, mit Küfa, M29 (Malmöerstr. 29, Prenzlauer Berg)

02.11., 18.00 Uhr, Institutioneller Rassismus und Recht: Das Beispiel NSU-Komplex, Akademische Debatte mit Doris Liebscher, organisiert vom Berliner Institut für empirische Integrations- und Migrationsforschung (BIM), Institut für Sozialwissenschaften, Raum 002, Universitätsstr. 3b

03.11.2016, 10.30 Uhr, Aktion vor dem “Ersten Symposium zum Recht der Nachrichtendienste”, Vor dem Hotel Maritim pro Arte, Friedrichstr. 151, Mitte

03.11., 17.00 -19.00 Uhr, Video-Installationen in Gedenken an die vom NSU Ermordeten S-Bahnhof Friedrichstraße, Hinterausgang S-Bahnhof Friedrichstraße zwischen Tränenpalast und Friedrichstraße

03.11., 20.00 Uhr, Premiere des Stücks „Die NSU-Monologe“ auf Deutsch, Heimathafen Neukölln, Karl-Marx-Straße 141

04.11., 18.00 Uhr, Lesung mit Kemal Bozay, Özge Pınar Sarp: “Die haben gedacht, dass wir das waren. MigrantInnen über rechten Terror und Rassismus”, Omayra Kulturzentrum, Engeldamm 68, Kreuzberg

04.11., 19.00 Uhr, FHXB Friedrichshain-Kreuzberg Museum, Adalbertstraße 95a, Kreuzberg

04.11., Racial Profiling, genauere Informationen folgen

05.11., 20.00 Uhr, Premiere des Stücks „Die NSU-Monologe“ auf Türkisch, Heimathafen Neukölln, Karl-Marx-Straße 141

05.11., 11.00 – 20.00 Uhr, Aktionswochen-Konferenz, Jugendkulturzentrum Pumpe Schöneberg, Lützowstraße 42

06.11., 13.00 Uhr, Gedenkdemo, Karl-Marx-Str./Werbellinstr., Neukölln

06.11., 17.00 Uhr. Film- und Diskussionsabend, Kino Moviemento, Kottbusser Damm 22, Kreuzberg

08.11., 20.30 Uhr, Rechtsterrorismus in Berlin, Infoveranstaltung von NEA und AKA Vosifa, M29 (Malmörerstr. 29)

Redebeitrag des Bündnisses, Hamburg, 27.08.2016

Redebeitrag des Bündnisses gegen Rassismus Berlin anlässlich der Kundgebung in Gedenken an die 1980 beim Brandanschlag in der Hamburger Halskestraße ermordeten Nguyễn Ngọc Châu und Đỗ Anh Lân am 27.08.2016 am Ort des Verbrechens:

Erinnern und öffentliches Trauern sind wichtige Formen des politischen Protests. Viel zu wenig wissen wir über die Menschen, denen Rassist_innen das Leben nahmen. Von den meisten kennen wir nicht einmal die Namen.

Viele Initiativen wurden aus der Notwendigkeit heraus gebildet, um Opfer und Überlebende rassistischer Gewalt nicht zu vergessen. Um zu ermahnen, dass Aufklärung und Gerechtigkeit immer noch ausstehen.

So entstand 2011 auch unser Bündnis gegen Rassismus in Berlin, nach der vermeintlichen Selbstenttarnung des NSU.

Wie können wir Gedenken politisch wirksam gestalten? Wir möchten unsere Erfahrungen mit institutionellem, strukturellem und Alltags-Rassismus sowie die Verschränkung verschiedener Diskriminierungsformen thematisieren. Und wir wollen über Widerstandsstrategien nachdenken.

Wir vom Bündnis gegen Rassismus planen daher anlässlich des 5. Jahrestags der sogenannten Selbstenttarnung des NSU eine Aktionswoche Anfang November in Berlin.
Der Schwerpunkt unserer Aktionswoche ist Gedenken und Widerstand. An verschiedenen Orten im öffentlichen Raum in Berlin werden diverse Aktionen, Workshops und Interventionen stattfinden.

Wir vergessen dabei niemals Mölln, Rostock-Lichtenhagen, Solingen, Freital, Hamburg, Hoyerswerda, Clausnitz. Auch jetzt brennen Geflüchteten-Unterkünfte in Deutschland, in ganz Europa. Doch die Mehrheit benennt diese Anschläge nicht als rassistischen Terror gegen unsere Communities of Color. Es werden keine politischen und rechtlichen Konsequenzen daraus gezogen.

Um unsere Trauer und unseren Widerstand sichtbar und öffentlich zu machen, stehen wir heute hier, in der Halskestraße in Hamburg, wo 1980 Đỗ Anh Lân und Nguyễn Ngọc Châu von Rassisten ermordet wurden. Wir schließen uns den Forderungen der heutigen Kundgebung an: Wir fordern von der Stadt Hamburg ein würdiges und öffentliches Gedenken an die Opfer. Wir fordern die Gedenktafel, um einen bleibenden Ort der Erinnerung zu schaffen.

Heute gedenken wir aller Opfer rassistischer Gewalt. Wir trauern um:

Đỗ Anh Lân
Nguyễn Ngọc Châu

Burak Bektaş

Abdurrahim Özüdoğru
Enver Şimşek
Habil Kılıç
Halit Yozgat
İsmail Yaşar
Mehmet Kubaşık
Mehmet Turgut
Süleyman Taşköprü
Theodoros Boulgarides
Aamir Ageeb
Christy Schwundeck
Dominique Kouamayo
Jaja Diabi
Kola Bankole
Laye Condé
Ndeye Mareame Sarr
Oury Jalloh
Sliman Hamade

Gülüstan Öztürk
Gürsün İnce
Hatice Genç
Hülya Genç
Saime Genç

Bahide Arslan
Yeliz Arslan
Ayşe Yılmaz

und der vielen vielen anderen Opfern rassistischer Gewalt.

Wir sehen, wie sich die Geschichte von rassistischen Mobilisierungen und Anschlägen immerzu wiederholt. Die Geschichte wiederholt sich – aber wir kämpfen gemeinsam weiter, um uns und unsere Geschichten am Leben zu halten. Wir setzten uns dafür ein, dass hier unsere Stimmen im hier und heute mehr denn je gehört werden.